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EuGH-Entscheidung eröffnet deutschen Online-Spielern Rückforderungsansprüche bei früher illegalen Einsätzen

Geschrieben von Finley Vogel · 30.6.2026

EuGH-Entscheidung eröffnet deutschen Online-Spielern Rückforderungsansprüche bei früher illegalen Einsätzen

Darstellung des Europäischen Gerichtshofs mit Fokus auf grenzüberschreitende Glücksspielregelungen in Deutschland

Der Europäische Gerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil festgestellt, dass Online-Spieler in Deutschland Schadensersatzansprüche gegen Betreiber geltend machen können, wenn die Wettaktivitäten zum Zeitpunkt der Einsätze nach nationalem Recht als illegal galten, und diese Möglichkeit bleibt auch nach der Liberalisierung der Online-Glücksspielgesetze im Jahr 2021 bestehen.

Das Urteil bezieht sich konkret auf grenzüberschreitende Angebote von nicht lizenzierten Plattformen und schafft damit eine rechtliche Grundlage für zivilrechtliche Rückerstattungsklagen auf die verlorenen Einsätze, während es gleichzeitig laufende Verfahren in deutschen Gerichten beeinflusst.

Hintergründe der EuGH-Entscheidung

Das Verfahren betraf einen Fall, in dem Spieler Verluste aus Online-Casino- und Sportwettenaktivitäten geltend machten, die vor der neuen Regulierung durchgeführt wurden, und der Gerichtshof bestätigte, dass nationale Verbote aus der Zeit vor 2021 weiterhin als Grundlage für zivilrechtliche Ansprüche dienen können, auch wenn die Gesetzeslage sich inzwischen geändert hat.

Beobachter aus der Branche verweisen darauf, dass die Entscheidung unmittelbar die Position nicht autorisierter Anbieter schwächt, da diese nun mit vermehrten Rückforderungsansprüchen rechnen müssen, während lizenzierte Betreiber von der bestehenden Regulierung profitieren.

Rechtliche Konsequenzen für Spieler und Anbieter

Deutsche Spieler erhalten durch das Urteil die Möglichkeit, Einsätze zurückzufordern, die bei Anbietern ohne gültige Lizenz getätigt wurden, und Gerichte in Deutschland müssen diese Ansprüche künftig nach den Vorgaben des EuGH prüfen, was zu einer Zunahme von Zivilklagen führen kann.

Die Entscheidung gilt branchenweit für Online-Casinos sowie Sportwetten und betrifft insbesondere jene Plattformen, die vor der Gesetzesänderung 2021 ohne Erlaubnis operierten, während aktuelle Daten aus dem ersten Quartal 2026 zeigen, dass der regulierte Markt weiterhin wächst und Steuereinnahmen in Höhe von 632,3 Millionen Euro verzeichnet.

Illustration von Online-Glücksspielaktivitäten mit Bezug auf rechtliche Entwicklungen in Deutschland

Experten der Branche stellen fest, dass das Urteil den Weg für individuelle Rückerstattungsklagen ebnet und Anbieter ohne Lizenz verstärkt mit Forderungen konfrontiert werden, während Spieler ihre Ansprüche nun gezielter durchsetzen können, sofern die damaligen Aktivitäten gegen geltendes Recht verstießen.

Auswirkungen auf laufende Verfahren und den Markt bis Juni 2026

Bis Juni 2026 erwarten Rechtsvertreter eine steigende Zahl von Zivilverfahren, in denen Spieler auf Basis des EuGH-Urteils Rückzahlungen einfordern, und Gerichte prüfen diese Fälle unter Berücksichtigung der damaligen Illegalität der Angebote, was die Position unlizenzierter Betreiber weiter unter Druck setzt.

Statistiken des regulierten Sektors belegen, dass lizenzierte Anbieter im ersten Quartal 2026 Einsätze von insgesamt 3,84 Milliarden Euro verzeichneten, was die Trennung zwischen autorisierten und nicht autorisierten Plattformen zusätzlich verdeutlicht und die rechtlichen Risiken für letztere erhöht.

Das Urteil des EuGH in der Rechtssache mit Bezug zu C-440/23 schafft klare Voraussetzungen für die Geltendmachung von Ansprüchen und zwingt Betreiber ohne Lizenz, ihre Strategien anzupassen, während Spieler von der erweiterten Möglichkeit zur Restitution profitieren.

Fazit

Die EuGH-Entscheidung markiert einen Wendepunkt für Rückforderungsansprüche im deutschen Online-Glücksspielmarkt und ermöglicht es Spielern, Verluste aus illegalen Einsätzen zivilrechtlich geltend zu machen, selbst Jahre nach der ursprünglichen Transaktion, während nicht lizenzierte Anbieter mit anhaltenden rechtlichen Herausforderungen rechnen müssen. Weitere Informationen zu den genauen Fallumständen finden sich in der Berichterstattung von dw.com.